Milchpumpen Kodex-konform wählen

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Der führende Kodex-konforme Milchpumpen-Hersteller aus Deutschland ist die KaWeCo GmbH mit der Marke Mamivac

Die Auswahl an Milchpumpen ist riesig. Gleichzeitig verletzen die meisten Milchpumpenhersteller mit ihrem Marketing den WHO-Kodex und tragen dadurch dazu bei, dass falsche Informationen verbreitet werden und Mütter in ihren Stillbemühungen scheitern. Auch Kodex-konforme Firmen führen hochwertige und bezahlbare Milchpumpen. Der folgende Artikel bietet eine Übersicht über verfügbare Kodex-konforme Milchpumpenmodelle zum Kaufen oder Mieten. Es wird erläutert, wann welche Modelle am besten geeignet sind und wie und wo Kodex-konforme Pumpen gemietet werden können.

Die wichtigsten Kodex-konformen Anbieter von Milchpumpen

Logo Stillfreundliche Produkte Kodex-konform kaufen

sinnvolle Produkte für stillende Mütter von Kodex-konformen Unternehmen

Kodex-konforme Milchpumpenhersteller bewerben zwar ihre Milchpumpen – das ist im Sinne des WHO-Kodex zulässig –, verzichten aber auf die Propagierung der Flaschenfütterung, von künstlichen Saugern und Schnullern.

Auf dem deutschen Markt gibt es zurzeit nur zwei bedeutende Milchpumpenhersteller, die sich konsequent an den WHO-Kodex halten. Sie sind aufgrund ihres weniger aufdringlichen Marketings oft weniger bekannt als einige große Kodex-verletzende Hersteller. Ihre Milchpumpen sind nicht teurer als die der Kodex-verletzenden Konkurrenz und decken jeden Bedarf ab. So können die Mütter bei Bedarf Milchpumpen im Einklang mit dem WHO-Kodex kaufen oder mieten und somit auch ein Stück weit zur Stillförderung beitragen.

Der führende Kodex-konforme Hersteller mit Firmensitz in Deutschland ist die KaWeCo GmbH mit der Milchpumpenmarke Mamivac. Die KaWeCo GmbH hat sich auf Milchpumpen und weitere Produkte rund ums Stillen spezialisiert, welche sie hauptsächlich über Apotheken vertreibt bzw. vermietet (siehe die Mamivac-Vertragspartner-Suche in Ihrer Nähe). Auch im Mamivac-Online-Shop können die Milchpumpen erworben werden. Die Mamivac-Milchpumpen heben sich laut Hersteller neben der Kodex-Konformität durch ihr günstiges Preis-/Leistungsverhältnis hervor. Das niedrige Preisniveau für die aufwendigen Medizinprodukte kann laut Hersteller durch die schlanke Unternehmensstruktur und niedrige Ausgaben für Marketing und Vertrieb gewährleistet werden.

Milchpumpen von Ardo Medical
Ardo Medical, der Kodex-konforme Milchpumpenhersteller aus der Schweiz, bietet ein vielfältiges Angebot an Milchpumpen

Der bedeutendste Kodex-konforme Hersteller aus der Schweiz ist Ardo Medical. Ardo Medical vertreibt ihre Milchpumpen und Stillhilfsmittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl über Apotheken (siehe die Ardo-Vertragspartner-Suche in Ihrer Nähe) als auch über Online-Shops (siehe die Ardo-Milchpumpen bei Amazon). Milchpumpen und Stillhilfsmittel werden bei Ardo Medical von Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC zusammen mit Ingenieuren entwickelt. Auch die La Leche Liga empfiehlt Ardo Milchpumpen. Bei Amazon erhalten die Ardo-Pumpen ebenfalls gute Kunden-Bewertungen.
Alle Pumpen und Stillhilfsmittel von Ardo und Mamivac sind frei von Bisphenol A, einer gesundheitsschädigenden Verbindung, die insbesondere vor 2008 in vielen Saugflaschen enthalten war.

Kodex-konforme Milchpumpen kaufen

Mamivac bietet für den Kauf eine Handmilchpumpe und eine elektrische Doppelmilchpumpe. Ardo Medical bietet ein flexibles Milchpumpensystem nach dem Baukastenprinzip: Ineinander umwandelbare Milchpumpen und Zubehör, zusammengestellt für verschiedene Bedürfnisse.

Mamivac Milchpumpen für den Kauf

Handmilchpumpe Easy

Easy, die Handmilchpumpe von Mamivac

Für den gelegentlichen Gebrauch bietet Mamivac die Handmilchpumpe Easy. Sie ist klein, leicht und preiswert. Sie besteht aus wenigen Teilen und ist somit einfach auseinander- und zusammenzubauen. Die Saugstärke kann mit einem Drehregler auf die individuelle Empfindlichkeit eingestellt werden – das ist bei Handmilchpumpen einmalig. Die Handmilchpumpe Easy ist geeignet, wenn die Frau für eine kurze Trennung vom Baby einen kleinen Milchvorrat aufbauen möchte, für die Entleerung der Brust bei einem Milchstau oder um ein Brustspannen bei plötzlich seltenerem Stillen zu lindern.

Mamivac Lactive

Lactive, die elektrische Doppelmilchpumpe von Mamivac

Für Frauen, die regelmäßig pumpen müssen, bietet Mamivac die elektrische Doppelmilchpumpe Lactive. Sie ist geeignet, wenn direktes Stillen nicht möglich ist, für berufstätige Mütter, oder zur Steigerung der Milchbildung. Wie viele andere elektrische Milchpumpen simuliert auch Lactive durch zwei Pumpphasen das Saugen des Säuglings. Lactive ist sowohl als Einfach- als auch als Doppelpumpe verwendbar. Lactive ist im Vergleich zu anderen hochwertigen elektrischen Doppelmilchpumpen sehr preiswert, sie ist außerdem robust und einfach zu bedienen.

Für die richtige Passform gibt es mehrere Brusthaubengrößen: Die reguläre Haube wird in Größe L gefertigt. Für größere Brustwarzen gibt es die Größe XL, für kleinere Brustwarzen gibt es Einsätze zur Verkleinerung. Darüber hinaus bietet Mamivac ergänzendes Zubehör, wie Tragetaschen, Kühltaschen, verschiedene Pumpsets usw. Im Mamivac-Online-Shop und bei den Mamivac-Vertragspartnern vor Ort werden die Eltern individuell beraten.

Handmilchpumpen von Ardo

Ardo Amaryll Start

Ardo Amaryll Start
Amaryll Start – die günstigste Version
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Ardo bietet mit der Amaryll Start eine einfache, absolut preiswerte, aber trotzdem sehr gute Milchpumpe für Mütter, die nur gelegentlich Milch gewinnen möchten, um z.B. bei einer kurzen Trennung vom Kind Milch auf Vorrat zu haben oder bei einem auftretenden Milchstau, einer Brustentzündung oder einem Stillstreik die Brust leeren zu können. Die Pumpe Amaryll ist sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder gut geeignet. „Amaryll Start“ ist im Gegensatz zu „Amaryll – Die individuelle Handmilchpumpe“ nur mit einer Standard-Brustglocke ausgestattet für durchschnittlich große Brustwarzen. Wenn sich herausstellt, dass die Brustglocke nicht perfekt passt, lassen sich Glocken in verschiedenen Größen auch nachträglich erwerben. Beim Erwerb der Pumpe bei einem lokalen Händler kann die passende Größe direkt ausgesucht werden. Die Frauen sollten die Berater um die individuelle Anpassung bitten, da diese nicht automatisch erfolgt.

Ardo Amaryll − Die individuelle Handmilchpumpe

Ardo Handmilchpumpe
Amaryll mit verschiedenen Brustglockengrößen
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In Ardo Amaryll – Die individuelle Handmilchpumpe sind bereits drei verschiedene Brustglockengrößen enthalten. So kann man gleich ausprobieren, welche Größe am besten passt. Auch wenn eine Frau verschieden große Brustwarzen hat, kann dieses Modell sinnvoll sein. Falls sich später herausstellen sollte, dass eine elektrische Milchpumpe doch sinnvoller ist, kann man die Handpumpe Amaryll zum Pumpset für die elektrische Pumpe umbauen.

Elektrische Milchpumpen von Ardo

Elektrische Milchpumpen sind vor allem dann sinnvoll, wenn die Mutter regelmäßig pumpen muss z.B. aufgrund einer berufsbedingten Trennung vom Kind, da die Handgelenke entlastet werden. Kleinere, mitnehmbare Milchpumpen sind sinnvoll, um sie am Arbeitsplatz zu deponieren oder auch auf Fahrten mitzunehmen. Pumpen mit Einfach-Pumpset sind im Erwerb günstiger als die mit Doppel-Pumpset. Bei den Modellen mit Doppel-Pumpset ist man dafür deutlich schneller fertig. Die elektrischen Milchpumpen von Ardo sind im Vergleich zu anderen Milchpumpen besonders leise. Alle Calypso-Pumpen können sowohl mit Netzstecker als auch mit Batterie betrieben werden. Vor dem Kauf einer elektrischen Milchpumpe sollte auch die Miete in Erwägung gezogen werden. Wird die Pumpe nur eine begrenzte Zeit gebraucht, kann die Miete günstiger ausfallen als der Kauf. Für Frauen, die aufgrund von medizinischen Indikationen eine Pumpe brauchen, empfiehlt sich meistens die Klinikpumpe Ardo Carum (Infos zum Verleih siehe weiter unten).

Ardo Calypso elektrische Einfach-Milchpumpe

Ardo Calypso elektrische Einfach-Milchpumpe
Ardo Calypso elektrische Einfach-Milchpumpe
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Mit der elektrischen Einfachmilchpumpe kann man auf einmal nur eine Brust entleeren. An der anderen Brust kann z.B. das Baby trinken und somit auch den Milchspendereflex besser anregen, oder man entleert die beiden Brüste nacheinander. Wenn die Zeitersparnis nicht so ins Gewicht fällt wie die Kostenersparnis, sind die günstigeren Einfachmilchpumpen die erste Wahl. Bei diesem günstigeren Modell wird außerdem nur eine Haubengröße mitgeliefert, bei Bedarf können weitere Haubengrößen zusätzlich bestellt werden. Beim Erwerb der Pumpe bei einem lokalen Händler (meist Apotheken), kann die passende Größe direkt ausgesucht werden. Auch wenn sich später herausstellen sollte, dass eine Doppel-Milchpumpe doch sinnvoller wäre, kann man die Einfach-Milchpumpe mithilfe eines Upgrade-Sets zu einer Doppelmilchpumpe umfunktionieren.

Ardo Calypso Double Plus – elektrische Doppel-Milchpumpe

Ardo Calypso elektrische Doppel-Milchpumpe
Ardo Calypso elektrische Doppel-Milchpumpe
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Elektrische Doppelmilchpumpen sind teurer als die Einfach-Milchpumpen. Dieses Modell ist bereits mit drei Haubengrößen ausgestattet. Für Frauen, die über längere Zeit regelmäßig abpumpen, können sich die zusätzlichen Kosten durch die Zeitersparnis jedoch rentieren. Auch der Milchspendereflex wird durch die beidseitige Leerung effektiver ausgelöst als durch eine einseitige Leerung. Wenn jedoch auf einmal nur eine Brust entleert werden soll, ist das auch kein Problem, die Pumpleistung leidet darunter nicht.

Ardo Calypso-To-Go für mobiles Pumpen

Ardo Calypso-To-Go
Ardo Calypso-To-Go
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Calypso-To-Go ist für Frauen geeignet, die viel unterwegs sind und ihre Pumpe sowie das Zubehör mitnehmen möchten, z.B. für Geschäftsreisende oder im Außendienst. Auch viele andere berufstätige Frauen können dieses Set gut gebrauchen, wenn sie die abgepumpte Milch täglich mit nach Hause nehmen, damit diese am nächsten Tag dem Baby zur Verfügung steht. Calypso-To-Go enthält die elektrische Doppel-Milchpumpe von Ardo mit dem individuellen Haubenset. Für den Transport der Muttermilch liegen Aufbewahrungsbehälter für die Milch, eine Kühltasche sowie Kühlakkus bei. Die Tragetasche ist praktisch für den Transport und die Aufbewahrung des kompletten Sets. Man kann die Pumpen mithilfe eines mitgelieferten Handgriffs auch zu einer Handpumpe umrüsten. So ist man komplett unabhängig von der Elektrizität. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist bei diesem Modell besonders günstig.

Kodex-konforme Milchpumpen mieten

Wenn eine medizinische Indikation vorliegt – und das ist bei den meisten Stillproblemen der Fall –, kann eine elektrische Pumpe auf Rezept ausgeliehen werden (Voraussetzungen siehe weiter unten). Falls die Pumpe aufgrund von Berufstätigkeit oder für die Freizeit benötigt wird, müssen die Eltern die Kosten jedoch selber tragen. Wird eine elektrische Pumpe nur eine begrenzte Zeit gebraucht, kann die Miete auch für Selbstzahler günstiger ausfallen als der Kauf. Kodex-konform können Ardo– und Mamivac-Milchpumpen bei den lokalen Vertragspartnern ausgeliehen werden. Für die Mamivac-Milchpumpen gibt es deutschlandweit über 700 Verleihstationen. Für die Miete von Ardo-Milchpumpen gibt es zwei Wege: In ganz Deutschland und der Schweiz gibt es über 1500 lokale Mietzentralen. Zusätzlich bietet Ardo die Möglichkeit der Online-Miete, bei der die Pumpe von einem Postboten vorbeigebracht und abgeholt wird. Die Online-Miete kommt hauptsächlich für Mütter infrage, die sich mit der Pumpe bereits auskennen. Für Mütter, die zum ersten Mal pumpen, ist die Miete vor Ort oft sinnvoller, weil dort das geschulte Personal die Handhabung der Pumpe zeigen und die richtige Brustglockengröße auswählen kann.

Die Wahl der geeigneten Miet-Milchpumpe

Sensitive C – die Mietmilchpumpe von Mamivac

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Mamivac Sensitive C
Miete vor Ort >>

Für die Vermietung bietet Mamivac die Milchpumpe Sensitive C. Sie ist für vielfältige Einsätze geeignet: Für den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Milchbildung, eine Relaktation oder induzierte Laktation, für die Entleerung der Brust bei einer Brustentzündung, bei Flach- oder Hohlwarzen oder auch bei wunden Brustwarzen. Die Saugstärke des Geräts entspricht der der Klinikmilchpumpe von Mamivac (Sensitive CFH). Ein Anruf kann klären, ob die Pumpe bei der Mietstation in der Nähe gerade verfügbar ist.

Mietpumpenauswahl bei Ardo

Ardo bietet zwei verschiedene Milchpumpen zur Miete: Die Krankenhauspumpe Ardo Carum und die kleinere, transportable elektrische Doppelpumpe Ardo Calypso Double Plus:

Ardo Carum – die lei­stungs­fähige Klinikpumpe

Ardo Carum
Ardo Carum
Miete vor Ort >>

Online-Miete >>

Die Ardo Carum ist besonders effektiv, um die Milchproduktion aufzubauen. Sie ist daher die richtige Wahl in den ersten zwei Wochen nach der Geburt, zur Steigerung der Milchbildung bei „zu wenig Milch“, einer Relaktation oder induzierten Laktation. Sie ist auch besonders geeignet für Mütter, die ihre Babys über Monate hinweg ausschließlich mit abgepumpter Muttermilch ernähren müssen, also z.B. bei Frühgeborenen oder erkrankten Babys. Für Frauen mit schmerzenden oder wunden Brustwarzen gibt es ein eigenes Sensitiv-Programm auf Knopfdruck. Ardo Carum ist bei allen lokalen Mietstationen und auch online erhältlich.

Ardo Calypso Double Plus – die transportable Milchpumpe

Ardo Calypso elektrische Doppel-Milchpumpe
Ardo Calypso Duble Plus
Miete vor Ort >>

Online-Miete >>

Die vergleichsweise kleine, leichte und transportable elektrische Doppelmilchpume Ardo Calypso Double Plus ist online und auch bei einigen lokalen Mietstationen erhältlich. Auch hier lohnt es sich im Vorfeld telefonisch zu klären, ob die Pumpe verfügbar ist. Die Calypso Double Plus ist für Mütter geeignet, bei denen die Milchbildung bereits aufgebaut ist (also frühestens ab der 3. Woche nach der Geburt). Auch diese Pumpe ist bei Frauen mit wunden Brustwarzen einsetzbar. Es gibt zwar kein Sensitiv-Programm auf Knopfdruck, aber die angenehme Saugstärke kann individuell eingestellt werden.

 

Miete einer Milchpumpe auf Rezept

Apotheker stempelt Rezept ab.

Bei medizinischen Indikationen kann der Arzt für die Milchpumpe ein Rezept ausstellen. (© racorn)

Wenn die Pumpe aufgrund von medizinischen Indikationen benötigt wird – um die Milchbildung aufzubauen oder aufrechtzuerhalten bzw. um ein Kind, das an der Brust nicht saugen kann, mit Muttermilch zu ernähren –, wird die Miete von der Krankenkasse bezahlt oder bezuschusst. Bei Bedarf kann die konkrete Kostenerstattung durch die Krankenkasse im Vorfeld erfragt werden. Um ein Rezept zu bekommen, wenden sich die Mütter am besten an ihre Gynäkologen, Kinderärzte oder Hausärzte. Falls ein Arzt sich zögern sollte, ein Rezept auszustellen, kann er darüber informiert werden, dass Milchpumpen nicht unter die Budgetierung fallen und dem Arzt deshalb nichts kosten. Für den Fall, dass die Mutter nicht auf Anhieb ein Rezept besorgen kann, lässt sich das Rezept innerhalb von zwei Wochen nachreichen oder die Pumpe kann auch auf eigene Kosten gemietet werden (siehe unten). Das Rezept kann nur für einen begrenzten Zeitraum ausgestellt werden (in der Regel 4 Wochen). Wird die Pumpe weiterhin benötigt, sollte sich die Mutter beim verordnenden Arzt rechtzeitig um ein Folgerezept kümmern. Auf diese Weise kann eine Milchpumpe mindestens ein Jahr lang ausgeliehen werden, sofern die medizinische Indikation weiterhin besteht. Das Rezept sollte folgende Angaben enthalten:

  • Verordnung einer elektrischen (Intervall-)Milchpumpe leihweise, mit Doppelpumpset als Zubehör
  • Indikation
  • Zeitraum der Miete
  • Unterschrift der Mutter

Beispiele für medizinische Indikationen, bei denen eine Pumpe auf Rezept gemietet werden kann:

Mögliche Indikationen seitens der Mutter:

  • Wunde Brustwarzen
  • Brustentzündung (Mastitis)
  • Milchstau
  • Besondere Brustwarzenformen (Hohlwarzen, Flachwarzen usw.)
  • Erkrankungen der Mutter, bei denen sie vorübergehend Medikamente oder Diagnostika einnehmen muss, die mit dem Stillen nicht vereinbar sind
  • Hypogalaktie / Milchbildungsstörungen
  • Krankenhausaufenthalt, anstehende Operationen
  • Operationen oder Verletzungen der Brust
  • usw.

Mögliche Indikationen seitens des Säuglings:

  • Aufenthalt in der Kinderklinik
  • Frühgeburt
  • Gedeihstörungen
  • Sauganomalien inklusive „Saugverwirrung“ und „Saugschwäche“
  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und andere Anomalien im Rachen-/ Kieferbereich
  • Organerkrankungen (z.B. Herzerkrankungen oder Lungenerkrankungen)
  • Hypo- oder Hypertonie der Gesichtsmuskulatur (Hypothonie z.B. beim Downsyndrom)
  • Neurologische Erkrankungen
  • Pierre-Robin-Sequenz
  • usw.

Im Falle einer Relaktation entscheidet der Sachbearbeiter der Kasse individuell, ob die Kosten der Miete übernommen werden. Beim Adoptivstillen (induzierte Laktation), werden die Kosten einer Pumpe von der Kasse in der Regel nicht übernommen. Die Mietstationen verlangen eine Kaution, die sich in der Regel zwischen 50 und 100 € bewegt. Zusätzliche Kosten, die auf die Eltern entfallen, sind von Krankenkasse und Bundesland abhängig. Um eine Pumpe auf Rezept zu erhalten, muss die Mietstation mit der Krankenkasse abrechnen können. Dies ist bei allen Ardo-Mietstationen der Fall.

Miete einer Milchpumpe ohne Rezept

Kunde zahlt in der Apotheke (© racorn)

Ohne Rezept zahlen die Eltern die Mietkosten

Auch ohne medizinische Indikation kann das Mieten einer elektrischen Milchpumpe interessant sein. Bei einer berufsbedingten oder privat veranlassten Trennung von Mutter und Kind muss die Familie die Mietgebühren jedoch selber tragen, die Kassen übernehmen sie nicht. Wenn die Pumpe nur wenige Tage oder Wochen gebraucht wird, kann die Miete günstiger ausfallen als der Kauf. Wenn die Pumpe jedoch über mehrere Monate im Einsatz ist, rentiert sich wiederum der Kauf. Die Mütter haben auch die Möglichkeit, über das Ausleihen die Pumpe zu testen, um sich später für oder gegen den Erwerb zu entscheiden. Auch die Kosten ohne Rezept können in den Bundesländern unterschiedlich ausfallen und betragen knapp 2 €/Tag.

Kodex-Verletzungen durch Milchpumpenhersteller

Nicht nur Säuglingsnahrungshersteller verletzen den WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten. Laut dem Internationalen Babynahrungsnetzwerk (IBFAN) verletzen ihn auch fast alle großen Milchpumpenhersteller, indem sie künstliche Sauger und Saugflaschen bewerben, die sie ebenfalls anbieten. Denn auch künstliche Sauger beeinträchtigen das Stillen auf vielfältige Weise: Durch den exzessiven Gebrauch eines Schnullers verbringt ein Baby zu wenig Zeit an der Brust, was zu einem Rückgang der Milchmenge führen kann. Die Fütterung eines Babys mit einer Saugflasche führt in vielen Fällen leider dazu, dass das Baby an der Brust nicht mehr effektiv trinken kann (Saugverwirrung) oder die Flasche bevorzugt. Betroffene Babys werden in der Folge meist viel zu früh abgestillt. Abbildungen mit Flaschenkindern verbreiten außerdem die Botschaft, dass Flaschenfütterung die Norm sei. Schließlich benutzen viele Hersteller das Verkaufsargument, ihre Sauger seien anatomisch geformt und der Brustwarze nachgeahmt. Das ist grundsätzlich falsch: Kein künstlicher Sauger kann die Brustwarze auch nur annähernd nachahmen. Ihre Anwendung kann sich negativ aufs Stillen und die Kieferentwicklung auswirken.

Die WHO richtet sich übrigens nicht gegen die Produktion und den Verkauf von Säuglingsnahrung oder künstlichen Saugern. Denn es gibt seltene Fälle, wo diese wirklich gebraucht werden. Der WHO-Kodex richtet sich gegen die Vermarktung dieser Produkte auf Kosten des Stillens. Die Kodex-Verletzungen der Firmen werden durch das IBFAN gesammelt und dokumentiert. In Deutschland übernimmt das die Aktionsgruppe Babynahrung, bei der die Kodex-Verletzungen auch gemeldet werden können. Eine Liste der Kodex-verletzenden Milchpumpen-Hersteller aus dem Jahr 2013 findet sich in einer Ausgabe von IBFAN. Es gibt nur noch einzelne Milchpumpenhersteller, die sich an den WHO-Kodex halten. Mehrere große, vormals Kodex-konforme Firmen haben in den letzten Jahren diesen Pfad verlassen, offenbar reicht der Druck durch Hebammen, Stillorganisationen und Verbraucherinnen zurzeit nicht aus, damit sich die Kodex-Konformität wirtschaftlich auszahlt.

⇒ Durch die Beachtung der Kodex-Konformität bei ihren Einkäufen können die Eltern dazu beitragen, dass diese zu einem Marktvorteil wird und die Firmen sich stärker bemühen, sich an den Kodex zu halten. Somit werden weniger verwirrende, stillfeindliche Botschaften verbreitet.

 


© Dr. Z. Bauer – Publikationen in der Stillförderung. 2003-2016.